Der Wunsch nach Unbeschwertheit.

Was eine Frau daran hindert?

Das obligatorische “zu”:

Zu laut. Zu leise. Zu zierlich. Zu kurvig. Zu emotional. Zu kühl. Zu selbstbewusst. Zu unsicher. Zu bestimmend. Zu angepasst. Zu auffällig. Zu unscheinbar.

Es gibt einfach keinen Punkt, an dem es „genau richtig” wäre. Kommentare dieser Art erzeugen seit je her Erwartungen an Frauen, die niemals zu erfüllen sind.

Wie kann eine Frau gleichzeitig laut und leise sein? Wie kann sie unbekümmert sie selbst sein (und sich damit ganz automatisch von anderen unterscheiden), ohne jedoch dabei aufzufallen?

Es geht nicht. Und trotzdem versucht sie es - oft unbewusst und jahrzehntelang: Sie passt sich an, beobachtet sich selbst, korrigiert sich - immer mit der Absicht, am Ende zu genügen. Der Preis dafür ist hoch.

Er zeigt sich als ständiges Hinterfragen der eigenen Person, als Anpassung auf Kosten der eigenen Bedürfnisse und Interessen. Viele Frauen verlieren dabei den Kontakt zu ihrem Bauchgefühl und das Vertrauen in die eigene Meinung.

Das macht sich nicht nur im Körper bemerkbar, etwa durch eine nicht ganz aufrechte Körperhaltung, Anxiety oder das Gefühl, nicht attraktiv oder weiblich genug zu sein. Es greift vor allem auf mentaler Ebene den Selbstwert an. Es schärft die Überzeugung, nicht gut genug zu sein und nicht das Recht zu haben, Raum einzunehmen. Sich selbst nicht vertrauen zu können und möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen zu dürfen.

Und das betrifft nicht ausschließlich Frauen, die “von Natur aus” eher zurückhaltend sind. Gerade auch Frauen, die nach außen stark und selbstbewusst wirken, tragen dieses Muster in sich.

Sich so zu fühlen, ist nie das persönliche Versagen einer Frau. Es ist ein kollektives Erleben und die Folge von Sozialisation und den widersprüchlichen Erwartungen an Frauen in unserer Gesellschaft.

So tief wie die Erwartungen in unserer Gesellschaft verankert sind, so tief sitzen sie auch in uns Frauen. Wir haben diese Ansprüche an uns internalisiert. Es ist unser normal, durch die Brille anderer zu denken und zu handeln. Und uns folglich häufig verunsichert und an uns selbst zweifelnd zu fühlen. Uns oft sogar dafür zu schämen, wie wir sind. Bis wir irgendwann so ermüdet davon sind, dass wir anfangen, diese Art durchs Leben zu gehen, zu hinterfragen.

Und an diesem Punkt kommt meine Arbeit ins Spiel. Die Vorstellung davon, wie wir zu sein haben, hat sich tief festgesetzt. Gemeint sind damit die automatisch ablaufenden Programme im Unterbewusstsein und im autonomen Nervensystem. Verändern wir die Muster auf diesen Ebenen, ermöglichen wir es uns, uns frei und unbekümmert zu zeigen und uns sicher mit uns selbst zu fühlen.

Ich behaupte, jede Frau kann wieder ein Gefühl dafür entwickeln, was sie braucht und wer sie jenseits aller Erwartungen ist.